Als Solistin stand danach bei Camille Saint-Saëns‘ Erstem Cellokonzert Harriet Krijgh unangefochten im Mittelpunkt, die Grazer Philharmoniker übten sich in –fein akzentuierter und ebenso farbenreicher wie klangschöner – Zurückhaltung, sodass die Solistin niemals Gefahr lief, vom Orchester überrollt zu werden. Ihr Spiel bestach mit einer einnehmenden Mischung aus Gefühl sowie Verve und der Farbenreichtum, den sie ihrem Instrument entlockte brachte regelrecht die Luft im Saal zum Schimmern.

Krijghs technische Souveränität, die sie besonders eindrucksvoll in der Kadenz des zweiten Satzes unter Beweis stellte, verkam dabei nicht zu bloßem Selbstzweck, sondern wirkte wie eine deklamatorische Szene eines Schauspielers in einem Drama. Mit einer elegant dargebotenen Zugabe – der Sarabande aus Bachs Erster Cellosuite – verabschiedete sich Krijgh schließlich vor der Pause vom Grazer Publikum.

Isabella Steppan, 23 Juni 2022

Hörabenteuer einst und jetzt Zeitgenössisches aus der Ukraine, Avantgardistisches von 1830 und eine grandiose Cellistin im Musikverein.

Die Zugabe war fast das Beste: Harriet Krijgh interpretierte die Sarabande aus Bachs
Cellosuite Nr. 1 als aus der Stille geborene, elegante Grübelei. Krijgh hatte auch in Camille Saint- Saëns’ Cellokonzert Nr. 1 Hochkarätiges am Kasten. Schmalzfrei und akkurat, schlank und nachdrücklich entfaltete die Niederländerin dessen Klangkosmos.

Martin Gasser
Kleine Zeitung Graz

Nordmagazin – 04.07.2019 19:30 Uhr

Die Cellistin Harriet Krijgh ist ein Star der Klassikszene und feiert weltweit Erfolge. In diesem Jahr ist die Niederländerin Preisträgerin der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Harriet Krijgh ist das Gesicht der Festspiele MV

Source: ndr.de

Harriet Krijgh brillierte in einem von Gustavo Gimeno exzellent dirigierten, farbenreichen Programm der Symphoniker

Danach triumphierte die 27-jährige Cellistin Harriet Krijgh beispiellos als Solistin des a-Moll-Cellokonzerts von Camille Saint-Saëns: Begeisternd der große, warme, schlackenlose Ton, die Fähigkeit für innige, endlose Phrasen, die nie aufdringliche, sympathische und einnehmende Präsenz – auch dank eines kostbaren Instruments (Giovanni Paolo Maggini).

Krijgh, Gimeno und den Symphonikern gelang eine schlanke, „entstaubte“ Wiedergabe eines kostbaren Stücks, das oft unter der Ablage in der Rubrik „Schöne Stimmen, schöne Weisen“ zu leiden hat. Der auch hierzulande unterschätzte Saint-Saëns hat da dem Cello eine emanzipierte Rolle zugeschrieben, in der Harriet Krijgh wunderbar aufgehen konnte.

Source: Walter Gürtelschmied | Die Presse 25.03.2019

Harriet Krijgh performed Haydn’s Cello Concerto in C major at the Grant Park Music Festival.

…Harriet Krijgh has been making the rounds of major U.S orchestras in recent seasons, and the young Dutch cellist served up a notable local bow in music of Haydn.

Like many early Haydn concertos, his Cello Concerto in C major has feet planted in two musical eras. The first movement’s stately ripieno alternation is a vestige of Baroque style while the slow movement and bravura finale point the way forward to the Classical, and even Romantic eras.

Krijgh possesses a remarkable technique, which remained intact even on a moist, humid evening, and she performed with faultless intonation and even articulation. It certainly didn’t hurt to be playing Haydn’s concerto on a magnificent, nearly 500-year-old instrument; her 1620 Giovanni Paolo Maggini cello, on private loan, offered striking richness and depth with a wide range of tonal hues…

Click here for the LINK to the article.

Source: chicagoclassicalreview.com

Photo: Norman Timonera

★★★★½ English masterpieces by Elgar and Vaughan Williams in superbly played programme.

The solo part in Elgar’s Cello Concerto was played by the young Dutch cellist Harriet Krijgh. Though her tone is not as full as some of the great cellists who have essayed this work (notably Jacqueline Du Pre, whom she somewhat resembles in looks), her pitch was sure and she projected the solo line strongly into the house. This late work contains a built-in strain of melancholy that was never over-emphasised in Krijgh’s rendition: she produced a line of seamless lyrical beauty in the first movement, great delicacy and immaculate control in the scherzo (matched by the orchestra), then more openly heartfelt phrasing in the slow movement and the concerto’s touching coda.

It was an impressive performance that will only grow more personal and deeply felt with time. Spano and the orchestra’s contribution proved a great asset; to take just one instance, they made a sharp point of Elgar’s offbeat accented chords in the finale. Overall, this was not just a fascinating program but a genuine showcase for the orchestra, and a wonderful introduction to an expressive young cellist.

via limelightmagazine.com.au

20.04.2017 Limelight Magazine (Australia)

Die Cellistin Harriet Krijgh, die an der Kronberg Academy studierte, und der Dirigent Dominik Beykirch, faszinierten mit ihrem Debüt im Frankfurter HR-Sendesaal.

Mit einer für dieses Alter seltenen Souveränität durchlebte die junge Cellistin, die ihre Ausbildung in Wien und an der Kronberg Academy erhielt, Kabalewskijs erstes Cellokonzert in g-Moll op. 49. Sie ließ ihr Instrument wunderbar singen und gab ihrem Vortrag genau die richtige Balance aus Empfindsamkeit und Ernsthaftigkeit. Nichts war akademisch trocken oder gar pathetisch überzogen. Der betörende Klang ihres 400 Jahre alten Cellos aus der Werkstatt von Giovanni Paolo Maggini verströmte Musik pur. Das Publikum im Saal war gebannt von der Virtuosität der jungen Musikerin und applaudierte nach der faszinierenden Interpretation des russischen Werks so enthusiastisch, dass Harriet Krijgh die Emotionen beruhigen musste. Das glückte ihr vortrefflich mit einer ruhig ausschwingenden Sarabande von Johann Sebastian Bach.

Stimme aus dem Publikum

Ein mitreißender Abend, der beim Publikum Enthusiasmus auslöste. Eine unter den euphorischen Zuhörern im Sendesaal war die Frankfurter Studentin Rosina Sfyridou. Für sie war der Abend „Balsam für die Seele“. Ihre Eindrücke fasst sie so zusammen: „Die talentierte Niederländerin Harriet Krijgh war neben dem aufstrebenden Dirigenten Dominik Beykirch der Mittelpunkt des Abends. Mit ihrem betörend blauen Kleid saß sie buchstäblich im Zentrum der Aufmerksamkeit, noch unterstrichen durch ihre zentrale Position im Frankfurter HR-Sendesaal. Es war faszinierend, zu beobachten, mit welchem Gefühl sie ihr 400 Jahre altes Violoncello umschlang. Mit vollem Körpereinsatz fühlte sie sich in jede noch so komplexe Tonfolge hinein. Man sah und hörte sie nicht nur, es war zu spüren, was sie zum Ausdruck bringen wollte. Mit der Sarabande von Johann Sebastian Bach als Zugabe erfüllte ein Gefühl der Ruhe die Ränge. Ich schloss die Augen, atmete tief durch, und jegliche Belastung fiel von mir ab. Als ich die Augen wieder öffnete, so sah ich, dass Klang und Optik sich in perfekter Harmonie befanden. Es war nicht nur ein hervorragendes Konzert, sondern auch ein außergewöhnliches Erlebnis zu einem studentenfreundlichen Preis.“

wie die Gelegenheit

19.11.2016 Frankfurter Neue Presse

Veranstaltung: Konzert „Meisterwerke aus der Romantik“ des nordniederländischen Orchesters (Noord Nederlands Orkest) unter Leitung von Michal Nesterowicz
Mit: Harriët Krijgh (Cello)
Programm: Mendelssohn, Das Märchen von der schönen Melusine (Ouvertüre); Saint-Saëns, Cellokonzert Nr. 1, Tschaikowsky, 5. Sinfonie („Schicksal“) Gehört: Am 27.10. De Oosterpoort, Groningen Publikum: 980

Wer auch nur irgendwie die Gelegenheit dazu hat, muss heute Abend in Leeuwarden Harriët Krijgh hören. Am Donnerstag spielte sie in Groningen das Erste Cellokonzert von Saint-Saëns so unglaublich prächtig, dass einem die Tränen kamen. Das kam nicht nur durch den übergroßen Gefühlsausdruck, den es in diesem berühmten Konzert zuhauf gibt, sondern vor allem durch die Stille dazwischen.

Krijgh phrasierte mit großer Kraft und zarter Musikalität zwischen den offensichtlichen Höhepunkten durch. Sie suchte in ihrem Spiel nicht den großen romantischen Ton sondern die Geschichte der Musik. Das machte ihr Spiel bis in die kleinsten Pianissimos durch Ergiebigkeit prächtig. Nichts steht ihr im Weg, wenn sie Musik macht, auch das Orchester nicht, das sie doch manchmal in ihrem subtilen Bogenspiel überstimmte. Die Intensität ihres Klangs und das fabelhafte Glissando, womit sie zum letzten Mal zum ersten Thema zurückkehrte, waren von reiner Schönheit. Wehmut war auch dabei, nämlich bei der Sarabande aus Bachs erster Cellosuite, die sie als Zugabe spielte. Bei so einem musikalischen Ideenreichtum, der spontan aus einer tiefen Quelle hervorzusprudeln scheint, denkt man an Jacqueline Dupré, auch wenn man das natürlich nicht sagen darf. Nicht nur darum – Krijgh hat die gleiche unmögliche Mischung aus irdisch und ephemer in ihrer Ausstrahlung, die gleichen anmutigen, mühlenflügelartigen Bewegungen der Arme, und das Gesicht ist auch während des Spielens zuhörend schräg angehoben.

Nach diesem ganz besonderen Ereignis konnte nichts unseren Abend noch verderben. (…)

Minke Muilwijk

Dagblad van het Noorden (The Netherlands) October 29 th 2016